Drachenbootrennen am Rursee (15.07.2006)
Man ist ja schon blauäugig als Segel-Novize. Jedenfalls traf das auf mich zu, als ich an jenem Abend nach einem ereignisreichen Segeltag mit abschließendem Grillgelage satt, zufrieden und in Manövertheorien schwelgend im Gemeinschaftsraum des SCB saß. Alles war gemütlich, da ging die Tür auf und herein kam ein Abgesandter des Orts- und Verkehrsvereins Rurberg-Woffelsbach mit einem kühnen Vorschlag:
Man werde, so sagte er, um den Tag in Woffelsbach während des Rurseefestes um eine Attraktion zu bereichern in diesem Jahr ein 1. Drachenbootrennen veranstalten. Und ob der SCB nicht auch Lust hätte, eine Mannschaft zu stellen?! Sollte es dem geneigten Leser dieser Zeilen nun so gehen wie mir damals, d.h. sollte der Name Drachenboot gleich eine Vielzahl urtümlicher Assoziationen wecken, so sei an dieser Stelle gleich erwähnt, dass ein Drachenboot ein langes kanuartiges Gefährt ist, in welchem 18 – 20 furchtlose Menschen mit Stechpaddel bewaffnet Platz nehmen können – vorausgesetzt sie bewegen sich dann nicht mehr ruckartig oder wenn doch dann nur sehr, sehr koordiniert... Gelenkt wird das Ganze von einem Steuermann mit einer großen Pinne und damit man sich so richtig als Wikinger fühlt, wird vorne der Takt von einem Trommler vorgegeben. Ehrgeiz geweckt? Nun dann brauche ich ja beinahe nicht zu erwähnen, dass wir selbstverständlich zusagen mussten!
15. Juli, Ruhrseefest, der Große Tag. Um nicht im Verlauf der nun folgenden Schilderung den falschen Eindruck zu erwecken, wir hätten nicht immer 150% Leistung gezeigt, sei vorausgeschickt, dass sowohl mir selbst – wie auch der überwiegenden Mehrzahl meiner Kampfgenossen (wie ich am Morgen des 15. erfuhr) - ein Teil der Fitnessreserven von einem unerwartet fordernden “socializing” am Vorabend genommen waren. Zu Deutsch: wir waren vom Vorglühen noch ordentlich in den Fritten! Jedenfalls machten wir uns schon gegen 12 Uhr mit verschiedenen Booten des SCBs (oder auch per Fahrrad) gemeinsam auf nach Woffelsbach. Aufgeputscht durch den optischen Wohlklang, den uns die einheitlichen Trikots und Schildkappen verliehen, zog das nun noch enger zusammengeschweißte Team der Furchtlosen zum Steg. Eine kleine Runde auf dem See zum Einfahren, eine Einschwörung durch den professionellen Rudergänger und schon ertönte die Startsirene zu unserem ersten Lauf. Und was für ein Lauf das war! Unser Trommler – ein waschechter Schlagzeuger natürlich – trieb uns zu nie geahnten Höhen. Und dabei war es für mein Gefühl wirklich kein Leichtes, an all die vielen Details zur Steuerung, Geschwindigkeitsmaximierung und Taktik, die wir ja gerade erst auf dem Weg zur Startlinie erlernt hatten, ebenso zu denken wie die nackte Angst vorm Kentern zu unterdrücken, welche durch jede Disharmonie auf dem schmalen Bötchen in unangenehme Nähe rückte. Jedenfalls, der erste Lauf war sauber, sehr sogar!
Gestärkt von leiblichen Genüssen ging es einige Stunden später dann in den zweiten Lauf. Der lief, kurz gesagt, weit weniger harmonisch ab. Vielleicht der Übermut der zu siegesgewissen? Vielleicht die fehlende spirituelle Verbindung zum diesmal anderen Profi am Ruder? Vielleicht aber auch die unbewusste Einsicht der Crew, dass eine frühzeitige Rückfahrt zum SCB-Steg auch so manchen Vorteil verhieß.
Dort angekommen folgte nämlich eine weiter wunderbarer Nachmittag am Steg mit ausgiebigem Grillfest um dann - nachdem die Boote geschmückt und die noch übrigen Getränke verladen waren - rechtzeitig zum Feuerwerk in Ruhrberg erneut in See stechen zu können.
Unterm Strich hat es beim Drachenbootrennen übrigens sogar noch zu einem doch sehr ehrbaren 5. Platz gereicht. Die Idee war auf alle Fälle wunderbar und der Spaß, den ich auch diesmal mit den SCBlern an diesem großartigen Tag hatte, einmalig!
Tja, und wenn im nächsten Jahr ein weiteres Rennen stattfinden sollte, wissen wir ja nun schon, wo unsere Stärken liegen. Das sollten wir in jedem Fall ausnutzen, oder ?!
Vielen Dank für einen unvergesslichen Tag
Euer Achim Becker
Nachtrag des SCB:
Wir danken unseren Gästen Achim, Jens, Karin, Lars, Markus, Ole, Olli und Sven für die tatkräftige Unterstützung beim Drachenbootrennen.
Beate Faßbender