Segel-Ausbildung 2006
Der von der Betriebssportgemeinschaft und dem Segel-Club Bonn durchgeführte Lehrgang für den Erhalt des “Sportboot-Führerschein Binnen“(SBF) wurde von allen Teilnehmern/innen erfolgreich abgeschlossen. Die theoretische Prüfung für den Segel- und Motorteil wurde bereits Ende April im BMVEL von drei Prüfern abgenommen. Die praktische Ausbildung für die Segler begann am 29.April beim SCB auf dem Rursee (Eifel) und wurde am 27 Mai abgeschlossen. Das Wetter war eigentlich das was wir nicht brauchten. Regen, Regen und nochmals Regen von Gewitterböen bis zur Flaute, alles wurde vom Wettergott gereicht. Sogar eine Kenterung wurde im Sturm „geübt“. Mit Schwimmwesten ausgerüstet war das für die Crew kein Problem. Die DLRG war vor Ort. Zwischendurch, am 14. Mai, wurden alle Teilnehmer auf einem Motorboot der Segelschule Becker in Schwammenauel mit der Bootsführung unter Maschine, unterrichtet. Höhepunkt für alle war wohl der Prüfungstag. Aus den vom Wetterbericht angekündigten 2-3 Windstärken wurden schließlich 4-5 und in den Böen über 6. Dies verlangte trotz einem Reff im Groß von den Segelschülern unter den Augen des Prüfers äußerste Konzentration bei den Wenden, Halsen, Q-Wenden und bei den Boje (Mann) über Bord Manövern. Besonders beim Anlegen an dem Steg mit einem sog. Aufschießer war besondere Vorsicht geboten. Aber die Ausbildung zeigte Wirkung, als hätten sie’s schon immer gemacht, es klappte beinahe jedes Manöver. Vom Segelprüfer wurden noch einige Tipps mit auf den Weg gegeben und das war’s dann. Segel- und Motorbootskipper hatten die Prüfung bestanden. Herzlichen Glückwunsch an alle Teilnehmer und besonderen Dank unserem Segellehrer Holger Nicolai sowie den Ausbildern, die bei jedem Wetter für die Praxis zur Verfügung standen.
Mast und Schotbruch, und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel!
Felix Wimmers

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Beitrag von einem der das Segeln gelernt hat
Januar bis Mai 2006
Als ich mich für den Segelkurs beim SCB anmeldete, war mir zunächst nicht ganz klar, was da eigentlich auf mich zukommen würde. Gespannt saß ich am ersten Abend in einem der Besprechungsräume des Ministeriums und wartet auf den Beginn der Veranstaltung. Ehrlich gesagt staunte ich nicht schlecht, als uns dann gleich am Anfang ein recht genauer Zeitplan für den weiteren Unterricht von unserem Lehrer Holger präsentiert wurde. Und wie bei so vielen Fahrerlaubnissen und Zertifikaten war auch hier die Reihenfolge wieder wie so oft: Erst theoretisch büffeln, dann praktisch erlernen. Angesichts der Tatsache, dass der Theorieteil unseres Kurses im Januar bei klirrender Kälte begann vielleicht auch keine so schlechte Reihenfolge …
Die Angst, der Stoff werde zu trocken und die allwöchentlichen Abende im Ministerium zu zäh sein, war bald zerstreut. Mit Witz und wertvollen Tipps führte uns Holger in jeder Stunde entlang der Lehrbuch- und Script-Beiträge zu unserem großen Ziel: Der Theorieprüfung Ende April. Und so war es dann sicherlich nicht zuletzt auf die gute Vorbereitung zurückzuführen, dass an jenem großen Tag tatsächlich alle Teilnehmer des Kurses bestanden.

Der Weg war nun frei für die noch größere Herausforderung des tatsächlichen Segelns. Gleich zwei Tage nachdem wir die theoretischen Weihen erhalten hatten ging es dann auch schon an und auf den Rursee. Im Clubhaus des SCB saßen wir zusammen und bildeten mit einigen der Mitglieder des SCBs jeweils gleich große Crews. Zwei bis maximal drei Segelschüler auf ein bis zwei alte Hasen, die uns auf Ihren Booten die Grundlagen dieses schönen Sports zeigen wollten. Und sogleich zeigte sich, dass Praxis und Theorie auch beim Segeln zwei Paar Schuhe sind. So leicht uns die Antworten auf Fragen zu Takelage, Knoten und Trimm noch vor wenigen Tagen von der Hand gingen, so schwer schien es dann doch all dies an einem richtigen Boot umzusetzen.
Nur gut, dass wir nicht alleine waren und so meisterten wir auch diese Herausforderung mit der Unterstützung unserer Lehrer recht gut. Und war es doch manchmal noch schwierig die richtige Segelstellung für einen gewünschten Kurs oder den geschmeidigen Ablauf für ein Manöver zu finden, so lies sich die eigene Unsicherheit vortrefflich auf den häufig drehenden Wind im Revier schieben. Dass der nicht halb so oft die Richtung wechselte, wie es uns armen Schülern anfangs schien, wurde von den Lehrern meist gütig übersehen.
Über mehrere Wochenenden schulten wir so unsere Fähigkeiten im Halsen, Wenden und Kreuzen, lernten Auf- und Abriggen und die verschiedenen Bootstypen mit ihren jeweils eigenen Vorteilen und Tücken kennen. Manche von uns nutzten die Ausbildung auch dazu, die Grenzen der Gleitfähigkeit der Boote auszuloten. Auch das sicherlich eine prägende Erfahrung. Aber nicht nur das Segeln an den Nachmittagen machte den besonderen Reiz dieser Wochenenden für mich aus. Auch die schönen Abende und die Gemeinschaft mit den anderen Mitgliedern im Club waren jedes Mal wie ein kleiner Urlaub.
Als dann jedoch einige der Kurstage kurz vor der Prüfung durch einen heftigen Sturm ausfallen mussten, wuchs meine Sorge ob ich die praktische Prüfung, die wir in Schwammenaul absolvieren würden, auch meistern würde. Am Samstag vor dem großen Tag segelten wir gemeinsam in mehreren Booten von Rurberg über den See zum Prüfungsort, um das Schulungsboot – die Club Varianta – für die Nacht am dortigen Steg fest zu machen.
Am nächsten Tag traf ich dann schon recht früh und ziemlich nervös am Steg ein. Der Wind, der mit 2 Windstärken angekündigt war, frischte merklich auf und mein Herz rutschte mir mit jeder zusätzlichen Böe weiter in die Hose. Zum Glück zeigte sich im weiteren Verlauf, dass eine gute Vorbereitung tatsächlich schon die halbe Miete ist. Und als dann sicher war, dass der Prüfer auch an diesem Tag keine armen Prüflinge verspeisen würde, wurde ich schon merklich ruhiger.
Langer Rede kurzer Sinn: Auch am Tag der Praktischen Prüfung zeigte sich erneut, dass die Mitglieder des SCB als Segellehrer ganze Arbeit geleistet hatten und als die letzten die Club Varianta verließen, gab es auch diesmal wieder nur fröhliche Gesichter. Die Welt ist nun um einige glückliche Jungsegler reicher und der ein oder andere von uns wird sicherlich auch weiterhin regelmäßig im Clubhaus des SCBs zu finden sein.

Vielen Dank nochmals an alle Mitglieder die Ihre Boote und Zeit für unseren Kurs zur Verfügung gestellt haben. Einen besonderen Dank auch nochmals an die Organisatoren und eine kleine Rüge an den Sonnengott, der sich an manchen Tagen ruhig ein wenig mehr ins Zeug hätte legen dürfen.



Achim Becker