"Himmelhund" taucht wieder auf

Augenzeugenbericht vom Bernd

„Himmelhund“ … wer hätte das gedacht !!!
Es trug sich zu, im Juno 1986, dass wir unseren Piraten G 3364 „Himmelhund“ als Totalverlust abschreiben mussten. Sprich, er spielte „Titanic“ und ging auf der Woffelsbacher-Platte auf Grund.
Trotz verschiedener Suchaktionen durch Mitglieder des SCB, Taucher der DLRG und mit sehr großem Aufwand verbunden, des THW`s wurde der Pirat nicht wieder gefunden. Der Wasserverband gab uns noch die Auflage mit auf den Weg, bei möglichst guten Bedingungen die Suche und Bergung durch zu führen. Von da an wurde aus der Tatsache des Geschehenen eine Geschichte, die Einzug in die Vereinsanalen hielt.
So weit, so gut.
Am Samstag dem 05.11.2011 erreichte uns eine Rundmail unserer 1.Vorsitzenden, mit dem Hinweis, dass in Woffelsbach ein Segelboot gefunden wurde und Taucher am Sonntag versuchen wollten es zu heben. Wir (Hildegard Schorm und ihre Töchter, Roger Sacha und ich) standen pünktlich kurz vor 10 Uhr auf dem C-Steg des Yacht-Club-Rursee und waren gespannt, wie der Tag sich entwickeln würde.
Zunächst erfuhren wir von einem Vertreter des WVER, dass vor einiger Zeit Taucher bei der Kontrolle der Abwasserleitung (die von Rurberg nach Woffelsbach geht) gegen ein Segelboot geschwommen waren.
Während unseres Gespräches erhielten die beteiligten 12 Taucherinnen und Taucher der Aktion eine ausführliche Einweisung. Dann wurde auf mehreren Tauchgängen das Boot gesichtet und fotografiert. Dabei stellte sich heraus, dass das Boot in einer Tiefe von 15m mit stehenden Segeln, leicht auf die Seite geneigt und halb von Sedimenten überspült fest auf dem Grund stand. Die Aussichten auf eine Bergung waren alles andere als gut. Wir hofften, auch wegen der Entsorgung durch unseren Club, auf die Möglichkeit den Zustand so zu belassen wie er war.
Nach einer Pause teilten uns die Taucher jedoch mit, dass sie den Versuch machen wollten mittels einer Leine an einem Motorboot des YCR`s, das Boot zu bewegen. So könnte es aus dem saugenden Moder frei kommen und die Sedimente herunter rutschen.
Nach zwei Anläufen gelang es Jochen Stransky und Niclas Breuer vom YCR mit ihrem Motorboot das Boot so weit zu bewegen, dass das Bergen mit Leinen und Hebesäcken versucht werden konnte.
Mittlere Weile war es nach 15 Uhr geworden und alle waren gespannt, ob die Vorarbeiten, Tauchgänge und Überlegungen von Erfolg gekrönt werden konnten und war es überhaupt der „Himmelhund“, der dort unten lag?
An der Abstiegsstelle der Taucher brodelte das Wasser und auf einmal tauchte der erste gelbe Hebesack auf. Ein kleines Problem verhinderte zunächst denn weiteren Verlauf, aber dann tauchte auch der zweite Sack auf und die Ecke eines Bootes schaute aus dem Wasser.
Es war tatsächlich nach 25 JAHREN gelungen unseren „Himmelhund“ per Zufall wieder zu finden und zu heben.
Er liegt jetzt im Uferbereich des YCR im Schlick, wohin wir ihn mit vereinten Kräften noch gezogen haben, und wartet jetzt auf das Abwracken.
Als wir um 17 Uhr nach Hause fuhren, hatten wir schon gemischte Gefühle. Immerhin war der „Himmelhund“ eines der Boote unserer Jugend auf dem wir Segeln gelernt und Regatten gefahren sind.
Viele Dank auch den eifrigen und freundlichen Tauchern und Helfern.

B. Hassler



"Himmelhund" wird geborgen

Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.

Himmelhund wird abgewrackt

Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.

Himmelfahrt eines "Himmelhundes"

oder passt ein Pirat in einen Hänger mit 2 x 1 m??

Am Samstag, dem 12.11. trafen wir uns (Ute und Lothar, Wolfgang, Higgi und ich) an der Stelle, an der wir sonntags davor den gehobenen Piraten „Himmelhund“ im Schlick liegen lassen mussten. Im Laufe der Woche war der Pegel um weitere 60cm gefallen, so dass wir jetzt zum Abwracken besser an das Boot heran kamen.

Mit einer mitgebrachten Seilwinde konnten wir es aus dem Uferschlick ein Stück an Land ziehen. Dort wurde zunächst der Mast mit Segel und Baum, das Schwert und jede Menge Schlick aus dem Boot entfernt. Etwas leichter ging es mit der Seilwinde weiter bergan, bis wir mit einem Geländewagen den „Himmelhund“ ganz auf das Trockene ziehen konnten.

Das Bild, das sich uns bot, war leider zu erwarten gewesen. Der Pirat glich einer einzigen Osmoseblase. Über den ganzen Rumpf, auf dem Deck und in der Plicht verteilt lag Blase an Blase, mit Flüssigkeit gefüllt.

Lothar zerlegte dann mit einer mitgebrachten Trennscheibe den „Himmelhund“ in handliche Teile, die wir mit vereinten Kräften zum Abtransport verluden. Eventuell noch zu gebrauchende Rollen und Klemmen wurden zur späteren Reinigung und Überholung demontiert und gesammelt. Einige kleine Andenken gingen an Higgi und Roger. Somit ist der „Himmelhund“ Geschichte und die Segelnummer GER 3364 wird im Piraten nicht mehr auf einer Regattabahn auftauchen.

Ach ja, die Antwort auf obige Frage lautet: Ja, ein Pirat passt in den Hänger. Sogar mit Rigg und Segel. Es kommt nur auf die Stückelung an!!

B. Hassler