Sonntag, 28. Juni 2015

Durch Erfolge im letzten Jahr hatten wir uns für die Europameisterschaft 2015 in der Piratenklasse qualifiziert. Das deutsche Kontingent betrug 25 Boote. Als 25. in der deutschen Rangliste 2014 waren wir also gerade eben startberechtigt.
Die Regatta fand bereits im Mai in Österreich am schönen Traunsee statt.

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Durch die hohen Berge fühlt man sich als Talsperrensegler dort gleich heimisch. Guten Wind gibt es aber nur aus Nord oder Südrichtung. Bei Ost- oder Westwind schirmen die Berge den Wind weitgehend ab. Bei Sonne entsteht aber eine schöne Thermik mit 2 bis 5 Windstärken. Bei schönem Segelwetter gibt es also beste Bedingungen.
Angereist waren wir in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Sonntag war Vermessung der Boote. Montags dann eine Trainingswettfahrt und von Dienstag bis Freitag waren insgesamt 11 Wettfahrten mit 2 Streichern geplant.
waren mit dieser zusätzlichen Last mit 600 Gramm Übergewicht nahe am Optimum.
Der ausrichtende Club, der Segelclub Ebensee, hat ein schönes und riesiges Clubgelände an der Stelle wo die Traun in den See mündet und darüber hinaus ein imposantes Clubhaus.

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Wir haben mit dem Campingbus einen schönen Standplatz am Flussufer gefunden.

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Da wir mit unserem neuen Boot noch nie zur Vermessung waren, war insbesondere das Wiegen spannend. Das Boot war dann auch prompt 1,6 Kilo zu leicht. Wir konnten dies aber in Absprache mit dem Vermesser durch einen zusätzlichen großen Auftriebskörper im Hecktank kompensieren und waren mit dieser zusätzlichen Last mit 600 Gramm Übergewicht nahe am Optimum.
Am Montag ging es dann bei bestem Wetter und 4 Windstärken auf das Wasser um den See und die Windverhältnisse kennenzulernen. Die Testwettfahrt verlief aber wenig erfolgreich. Wir waren eher im hinteren Mittelfeld platziert und wurden sogar wegen Frühstart aus der Wertung genommen. Das war überraschend, da am Start zu beiden Seiten Boote deutlich weiter vorn waren, aber besser in der Trainingswettfahrt als im richtigen Rennen.
Abends wurde feierlich die Veranstaltung eröffnet mit Kapelle, Bürgermeister und Flaggenzeremonie. Insgesamt waren 66 Boote aus 6 Nationen am Start.

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Für Dienstag waren dann bei immer noch bestem Wetter 4 Wettfahrten angesetzt. Mit den Plätzen 19, 19, 21 und 8 lagen wir nach dem ersten Tag insgesamt auf Platz 11. Das war schon mal kein schlechter Beginn, obwohl insbesondere die Starts noch nicht gut funktionierten. Diese waren jedoch auf dem Revier besonders wichtig, da die linke Felswand klar favorisiert war und es dort auf der Kreuz für die hinteren Boote sehr eng wurde.

Auch für Mittwoch waren 4 Wettfahrten angesetzt. Mit den Plätzen 6, 4 24 und 18 konnten wir uns auf den 10. Rang verbessern.

Am Donnerstag regnete es zunächst und ein erster Startversuch wurde abgebrochen, da der Westwind zu unstet war. Ein zweiter Startversuch am Nachmittag gelang dann. Leider stimmte das Timing beim Start wieder überhaupt nicht und wir kamen bereits deutlich in der zweiten Hälfte des Feldes zur ersten Tonne. Es wurde dann auch keineswegs besser und wir hatten mit einem 61 Platz nicht mehr viele Boote hinter uns. In der Gesamtwertung waren wir damit auf Platz 14 zurückgefallen.
Freitagmorgen war zunächst absolute Flaute und es war wieder Warten angesagt. Gegen Mittag kam dann aber doch Wind auf und so konnten noch die restlichen zwei Läufe gesegelt werden. Wir konnten uns mit den Plätzen 3 und 11 nochmal auf Platz 9 in der Gesamtwertung verbessern. Damit waren wir sehr zufrieden, war doch ein Top Ten Platz zuvor das Optimalziel gewesen.
Wir konnten dann noch im Trockenen Einpacken bevor es abends wieder anfing zu regnen. Die Abschlussveranstaltung fand sehr nobel auf Schloss Ort in Gmunden statt.

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Insgesamt haben sich der Segelclub Ebensee und die österreichische Piratenvereinigung sehr viel Mühe gegeben und eine tolle Veranstaltung auf die Beine gestellt. Nicht nur auf dem Wasser war alles reibungslos organisiert, auch an Land wurden wir während der Woche bestens verpflegt und die zahleichen Abendveranstaltungen boten viel Gelegenheit mit Seglern aus anderen Nationen in Kontakt zu kommen.

(Thomas Schneider)

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